Vorstellung von "Mein Leitfaden für 72 Stunden Autonomie" und der nationalen Kampagne "Bass du prett?"

Vor dem Hintergrund zunehmender Risiken und Krisen – seien sie klimatischer, gesundheitlicher, technologischer oder sicherheitspolitischer Natur – setzt die Regierung ihr Engagement für die Stärkung der nationalen Resilienz fort. Anlässlich der Nationalen Tage der Resilienz stellten Premierminister Luc Frieden, Innenminister Léon Gloden und der Hochkommissar für nationale Sicherheit, Guy Bley, "Mein Leitfaden für 72 Stunden Autonomie" vor, ein konkretes Hilfsmittel, das der Bevölkerung helfen soll, sich besser auf Not- und Krisensituationen vorzubereiten.

Der Leitfaden ist Teil der Umsetzung der Nationalen Resilienzstrategie, die der Premierminister am 13. Oktober 2025 vorgestellt hatte, und entspricht den Erwartungen, die die Bürger im Rahmen der im Frühjahr 2026 durchgeführten nationalen Umfrage zur Risikowahrnehmung geäußert hatten. Diese hatte einen erhöhten Bedarf an zuverlässigen Informationen und konkreten Ratschlägen aufgezeigt, um im Falle einer Ausnahmesituation wirksam reagieren zu können.

Ob es sich nun um eine Naturkatastrophe, einen längeren Stromausfall, einen Cyberangriff oder eine andere schwerwiegende Störung handelt, die lebenswichtige Dienste beeinträchtigt – der Leitfaden soll jedem Haushalt die notwendigen Ressourcen an die Hand geben, um in den ersten 72 Stunden seine Grundbedürfnisse zu decken. Diese vorübergehende Selbstversorgung erleichtert die Arbeit der Rettungsdienste und ermöglicht es den Behörden, sich vorrangig um die am stärksten gefährdeten Personen zu kümmern.

Stärkung der kollektiven Resilienz

Premierminister Luc Frieden betonte die Bedeutung der individuellen Vorsorge als unverzichtbare Ergänzung zum Handeln der öffentlichen Hand:

"Resilienz lässt sich nicht verordnen, sie muss aufgebaut werden. Der Staat muss vorbereitet sein, und auch jeder Bürger hat eine Rolle zu spielen. Unser Ziel ist es, den Bürgern konkrete Hilfsmittel an die Hand zu geben, damit sie in den ersten Stunden einer Krise selbstständig und gelassen handeln können. Eine informierte und vorbereitete Gesellschaft ist eine stärkere, solidarischere und widerstandsfähigere Gesellschaft."

Dieser Ansatz beruht auf einer geteilten Verantwortung zwischen Behörden, Gemeinden, Akteuren vor Ort und Bürgern. Jeder trägt dazu bei, dass das Land Krisen bewältigen und die Kontinuität der wesentlichen Dienstleistungen gewährleisten kann.

Die Gemeinden im Mittelpunkt des Konzepts

Der Innenminister, Léon Gloden, hob die grundlegende Rolle der Gemeinden in diesem Zusammenhang hervor:

"Resilienz betrifft uns alle: den Staat, die Gemeinden und die Bürger. Die Gemeinden spielen eine zentrale Rolle bei der Information, Sensibilisierung und Begleitung der Einwohner. Nationale Resilienz beginnt auf lokaler Ebene – aus diesem Grund hat das Ministerium für innere Angelegenheiten im vergangenen November einen Leitfaden vorgestellt, der den Gemeinden helfen soll, einen lokalen Resilienzplan zu entwickeln." Der Minister verwies zudem auf verschiedene Initiativen, die in den letzten Monaten gemeinsam mit den Gemeinden durchgeführt wurden, darunter mehrere Resilienz-Workshops für politische Entscheidungsträger und Gemeindemitarbeiter.

Ein praktischer Leitfaden, der für alle zugänglich ist

Der Hochkommissar für nationale Sicherheit, Guy Bley, stellte den Inhalt des Leitfadens vor, der einfach, verständlich und direkt im Alltag anwendbar sein soll:

"Sich vorzubereiten, bedeutet nicht, vorherzusagen, welche Krise morgen eintreten wird. Es geht darum, sich einfache Reflexe anzueignen, die es ermöglichen, im Falle eines unvorhergesehenen Ereignisses effektiver zu handeln. Dies ist ein Ansatz der individuellen Verantwortung, der zur Sicherheit aller beiträgt."

Der Leitfaden gliedert sich in vier Themenbereiche: das Verständnis von Risiken, Warn- und Informationssysteme, die Rolle der Behörden in Krisensituationen und vor allem konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Selbstversorgung der Haushalte. Er enthält insbesondere eine Liste mit unverzichtbarer Ausrüstung, praktische Empfehlungen sowie einen persönlichen Notfallplan, der Aspekte wie Kommunikation, Betreuung schutzbedürftiger Personen oder die Aufbewahrung wichtiger Dokumente umfasst.

Landesweite Verteilung

Ab dem 14. Oktober 2026 werden rund 300.000 Exemplare des Leitfadens an alle Haushalte des Landes verteilt. Der Leitfaden wird in gedruckter Form auf Französisch und Luxemburgisch sowie auf Deutsch, Englisch und Portugiesisch auf dem Portal www.letzprepare.lu verfügbar sein. Eine Version in vereinfachter Sprache gewährleistet die Zugänglichkeit der Informationen.

Die Kampagne "Bass du prett?" wird diese Verteilung über verschiedene Kommunikationskanäle begleiten. Sie zielt darauf ab, die Bevölkerung für einfache Maßnahmen zu sensibilisieren, mit denen man besser auf Unvorhergesehenes reagieren kann, und die Kultur der Resilienz in Luxemburg zu stärken.

Pressemitteilung des Staatsministeriums, des Ministerium für innere Angelegenheiten und des Hochkommissariats für nationale Sicherheit

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